Wolfgang Kühne – ein ehemaliger “Zeuge Jehovas” Teil 2

Für unsere gemeindeinterne Jugendzeitschrift führten wir ein Gespräch mit Wolfgang Kühne. Wolfgang Kühne war früher ein Anhänger der “Zeugen Jehovas”. Ein Gespräch in zwei Teilen.

Wer sind die 144.000 der Zeugen Jehovas?

Dieses Wort der 144.000 stammt aus Offenbarung 7,4. „Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: hundertvierundvierzigtausend, die versiegelt waren aus allen Stämmen Israels.“

Die 144.000 sind nicht Menschen aus allen Nationen – Amerikaner, Russen, Franzosen, wie es die Lehre der Zeugen Jehovas sagt. Sie bejahen zwar die 144.000, aber die Aussage über Israel verneinen sie. So machen sie einen Teil des Textes ungültig und den anderen gültig.

Weiterhin sagen sie, dass zu diesen 144.000 alle Urchristen und alle Christen aus dem Mittelalter gehören, die auch in den Himmel kommen. In der heutigen Zeit gäbe es nur einen Überrest, also nur ganz wenige, die dazu zählen. Das wären auf der ganzen Erde 9000, die auch gleichzeitig das Abendmahl nehmen dürften.

Aber die Bibel sagt: „Trinkt daraus, ihr alle!“ (Mt. 26,27) Hier wird nirgendwo davon gesprochen, dass dies nur die 144.000 betrifft. Eine Frage, die man Zeugen Jehovas stellen kann, wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt, könnte so lauten: „Eine eurer Grundlehren ist doch, dass nur ein Überrest von 9000 vom Abendmahl nehmen darf bzw. die 144.000. Wo steht das? Solch eine wichtige Lehre, dass die anderen davon nicht nehmen dürften, muss doch in der Bibel stehen!“ Diese Frage können sie meist nicht beantworten.

Wer sagt, wer zu diesen 144.000 gehört?

Die Zeugen Jehovas sagen, der Geist würde es diesen offenbar machen oder derjenige selbst würde das Gefühl haben, er gehört in den Himmel und damit zu Jesus Christus und dürfe einmal im Jahr vom Abendmahl nehmen.

Was bewegte Sie dazu, Ihren Glauben zu hinterfragen?

Besonders durch die Zeitschrift „Mitternachtsruf“ wurde mir mehr und mehr klar, dass Gott am Ende der Tage wieder mit seinem Volk Israel handeln wird. Dies wird von den Zeugen abgelehnt. Nach ihren Aussagen sind sie selbst das neue Israel Gottes. Aber wieso schreibt dann Apostel Paulus in Römer 11,1: „Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne!“?

Hier wird ganz deutlich: Israel ist nicht verworfen! Ich merkte, dass das Thema der Gunst Gottes gegenüber seinem Volk sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel zieht.

Dann kam die Frage auf, ob alle am Abendmahl teilnehmen dürfen, oder ob nur die sogenannten Gesalbten einmal im Jahr vom Brot und Wein nehmen dürfen, wie es bei den Zeugen Jehovas üblich ist. Ich erkannte aus der Heiligen Schrift, dass die Teilnahme am Abendmahl für einen Christen eine Notwendigkeit ist.

Denn Jesus Christus selbst sagt in Matthäus 26,26-29, dass alle aus dem Kelch trinken sollten: „…Trinkt daraus ihr alle!…“ Wenn wir das nicht tun würden, dann würden wir nicht zeigen, dass wir zu Ihm gehörten. So wurde mit der Zeit auch in mir der Wunsch immer stärker, zu Jesus Christus zu kommen und bei Ihm zu sein.

Deshalb nahm ich eines Tages trotz allgemeiner Verwunderung auch vom Abendmahl. Dann wird man automatisch zu den 144.000 gezählt. Dieses Nehmen vom Brot und vom Wein war sozusagen meine Wiedergeburt, weil von da an der Herr Jesus Christus meine geistlichen Augen noch mehr geöffnet hat. So als hätte er mir persönlich gesagt: „Du willst zu mir gehören. Jetzt will ich dir auch zeigen, was wirklich in der Bibel steht.“ Und dann habe ich Stück für Stück immer mehr verstanden.

Ich lernte, dass Christus der Mittelpunkt meines Lebens sein muss und rückte Ihn in meinen Aufgaben und Ansprachen in den Vordergrund. Darauf sagte eine Schwester einmal: „Jesus ist nur Jesus, mehr nicht.“

Das bringt die Einstellung vieler Zeugen Jehovas auf den Punkt. Ich erwiderte, dass Jesus schon der Mittelpunkt sein müsse, denn von Ihm würde ja in der Schrift gesagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“

Zeugen Jehovas sagen, dass man Jesus Christus nicht ansprechen dürfe. Aber da frage ich mich, wieso Jesus sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid: ich will euch erquicken.“ (Mt. 11,28)

Sie verehren Jesus nicht so wie wir Ihn verehren. Sie verehren nur Gott. Der Schlüsseltext dieser Thematik ist Johannes 5,23: „…damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren.“ Das bedeutet im Umkehrschluss: so wie der Vater geehrt wird, muss auch der Sohn geehrt werden.

Welche Hinweise und Argumentationshilfen können Sie uns für ein Gespräch mit Jehovas Zeugen geben?

Die Bibel nennt keine Daten für das Ende. Zeugen Jehovas haben das aber schon oft getan. 1874, 1914, 1915, 1918, 1925 und auch 1975 ist nichts passiert, so wie sie es gesagt haben. Dann folgte eine neue Festlegung, dass im 20. Jahrhundert alles vorbei sei. Aber das 20. Jahrhundert ist vorbei!

Die Bibel sagt in 5. Mose 18,22: „Wenn der Prophet redet in dem Namen des HERRN und tritt nicht ein, dann ist das ein Wort, das der HERR nicht geredet hat. Der Prophet hat’s aus Vermessenheit geredet…

Zeugen Jehovas haben auch eine andere Auferstehungslehre. 1. Thessalonicher 4,14-16 sehen sie nicht so wie wir Christen. Die Entrückung kennen sie nicht. Sie sagen, das gilt für die 144.000. Diejenigen von ihnen, die bis zum Jahre 1914 gestorben sind, seinen bereits auferstanden. Dabei steht in dem zuvor genannten Text, dass die Toten den Lebenden nicht zuvor kommen. „…wir, die wir leben und übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind.

Ein weiterer Text, der völlig falsch ausgelegt wird steht in Matthäus 24,45-47. Das ist der Text, auf den sich Zeugen Jehovas beziehen, wenn sie von den 10 Personen der leitenden Körperschaft bzw. von dem treuen Sklaven sprechen.

Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr über seine Leute gesetzt hat, damit er ihnen zur rechten Zeit zu essen gebe? Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.“

Die Bibel spricht hier nicht von einer Klasse von Menschen, sondern von Einzelpersonen. Deshalb kann jeder ein treuer Sklave Christi sein und dem Auftrag folgen, „Menschen aus allen Nationen zu Jüngern zu machen“ (nach Mt 28,19). Der Text erwähnt nicht eine leitende Körperschaft. Diesen Begriff kennt die Bibel gar nicht.

Ein Text, den die Zeugen Jehovas andauernd gebrauchen, um ihre Veränderungen in der Lehre zu rechtfertigen, finden wir in Sprüche 4,18. „Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag.“ Das Licht wird nicht erst heller, dann dunkler und wieder heller, wie es laut der Zeugen Jehovas passiert. Damit begründen sie, dass auch ihre Erkenntnis erhellt und deshalb immer wieder korrigiert werden muss. Das ist das große Problem der Zeugen Jehovas, dass sie ständig ihre Lehren ändern, so dass es besonders für junge Zeugen Jehovas schwierig ist, zu wissen, was man vor 20 oder 25 Jahren gelehrt hat.

Aber Gott verändert seine Lehren niemals!

Vielen Dank für das Gespräch.

Die beeindruckende und ermutigende Lebensgeschichte von Wolfgang Kühne erhaltet ihr auf zwei CDs unter www.mitternachtsruf.ch.
Gute Tipps für den Umgang mit Zeugen Jehovas stehen im Buch Wenn die Zeugen Jehovas an der Haustür klingeln.

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