Category : Bücher

Was morgen zählt…

Was morgen zählt…

In meiner Bibliothek stehen viele für mich noch unbekannte Bücher und ich taste mich nach und nach immer weiter vor. Manche Bücher gefallen mir von der ersten Seite. Durch andere fühle ich mich gequält und so belasse ich es beim Querlesen. Aber auch diese Bücher möchte ich hier kurz vorstellen. Und vielleicht kann sich dadurch jemand das selber lesen ersparen ;) .

Thema und Inhalt

Es gibt sehr viele Bücher zum Thema Christ und Geld. Dieses Buch konzentriert sich im Wesentlichen auf die Beziehung von Christ und Wirtschaft.

„Was morgen zählt…“ ist die schriftliche Veröffentlichung der Referate des Deutschland-Kongresses „Christen in der Wirtschaft-VCK e.V.“. Enthalten sind Beiträge von vielen Autoren zu Themenbereichen wie „Virtuelle Gesellschaft“, „Virtuelle Unternehmen“, „Herausforderung Zukunft“, „Analysen, Standpunkte und Perspektiven“usw. Besonders unter dem zuletzt genannten Bereich sind mehrere interessante Artikel zu finden. „Lebensplanung – aber wie?“, „Sich Gutes tun – Gesundheit und Sport“, „Partnerschaftlich führen – Führen im Wandel der Zeit“, „Der Umgang mit Konflikten“usw.

Form und Sprache

Da es ein Buch zu einem bestimmten Fachbereich ist kann auf Fachwörter nicht verzichtet werden. Aber trotz der teilweise sehr anspruchsvollen Themen ist der Inhalt meist gut zu verstehen.

Autor

M.L. Landmesser und J. Sczepan sind die Vorsitzenden von Christen in der Wirtschaft.

Wertung

Das Buch ist für (christliche) Selbstständige und „Macher“ geschrieben. Mit vielen Informationen konnte ich wenig anfangen. Andererseits gab es einige wertvolle Gedanken die ich mir gemerkt habe. Für Christen in der Selbstständigkeit ein sicher lesenswertes Buch. Für die meisten aber eher überflüssig.

Daten

Titel: Was morgen zählt…
Autor:
M.L. Landmesser, J. Sczepan
Seiten: 234
Einband: Taschenbuch

Format:
Verlag: SCM Hänssler
Jahr: 1996
Preis:

erhältlich bei: antiquarisch

Gefunden: Gottes Wille – John F. MacArthur

Gefunden: Gottes Wille

Schon wieder ein Buch von MacArthur. Doch diesmal ist es eine Neuauflage. Und außerdem nur 64 Seiten. Dann ist es ja ok.

Eifern und hadern wie nicht manchmal mit Gott, weil wir seinen Willen einfach nicht erkennen? Wir schauen wehmütig zu Mose und Gideon zurück und wünschen uns ihre Zeichen. Wäre das alles nicht viel leichter? Ob Beruf, Heirat, Dienst in der Gemeinde, ständig müssen wir kleinere oder größere Entscheidungen treffen und versuchen es auf vielen Wegen. Ich muss mich auch dazu bekennen, dass Schwierigkeiten habe, Gottes Willen deutlich zu erkennen. Also ist dieses Buch sehr passend für mich…

Thema und Inhalt

Der Buchdeckel zeigt deutlich wo es lang geht:

“Herr, wenn sie sich mit mir auf diese Bank setzt, dann soll das dein Zeichen sein, dass du willst, dass ich sie heirate!” Die Bank war frisch gestrichen, die Ehe kam nicht zustande. Mancher Chrit, der nach Gottes Willen sucht, könnte genauso gut sein Horoskop lesen. Geht es nicht auch anders? und was ist das überhaupt – Gottes Wille?”

Das Buch besteht aus fünf Kapiteln. MacArthur beginnt mit Mut machenden Worten:

“Es gibt viele Bücher, Broschüren und Predigten über dieses Problem, aber manchmal scheinen trotz des eifrigsten Suchens die Antworten einfach nicht kommen zu wollen. Es ist mein Gebet, dass dieses kleine Buch Ihnen ein paar ganz praktische Hilfen und frische Anstöße geben wird.” S. 7

Doch wagt MacArthur es, große Erwartungen zu erzeugen:

“Kann ich wissen, was für einen Beruf ich erlernen, welche Schule ich besuchen, welchen Menschen ich heiraten, wie ich mich in einer bestimmten Situation entscheiden soll? JA. Sie brauchen sich nicht länger zu quälen. Der Kampf ist fast gewonnen, die Suche fast vorbei. (…) Achtung: Was Sie gleich lesen werden, könnte Ihr Leben verändern!” S. 9

Beim Lesen der Seiten fällt aber immer stärker auf. Es ist kein Buch mit der ultimativen Formel um Gottes Willen zu erkennen. Es gibt keinen bisher unbekannter Weg, der endlich aufgezeigt wird, und alles Fragen nach dem Willen Gottes beendet.

Aber es werden einige Prinzipien genannt.

Es ist Gottes Wille, das wir gerettet, vom Geist erfüllt und geheiligt werden, dass wir uns unterordnen und dass wir leiden. Daran lässt Gottes Wort keinen Zweifel. Lesen Sie nicht weiter, bevor Sie nicht diese fünf Prinzipien begriffen haben.“ S. 53

Und das ist nicht das Ende. Wenn wir diese fünf Dinge tun, dann sollen wir tun „was wir wollen“. MacArthur meint, wenn wir diese Prinzipien beachten, dann wird unsere Ausrichtung dem Willen Gottes entsprechen und ein Leben nach dem Willen Gottes ist möglich.

Form und Sprache

Das Buch ist in erster Linie fürJugendliche und junge Erwachsene geschrieben. Das vermittelt zumindest das Cover, die teils “flapsige” Sprache und die Beispiele die im Buch (und Buchdeckel) vorkommen. Es ist einfach geschrieben und somit auch für den größten Lesemuffel machbar.

Autor

John MacArthur, Pastor der Grace Comunity Church in Sun Valley, Kalifornien, Autor, und vielgehörter Gastredner ist vielen Christen bekannt. Besonders die Schlachter Studienbibel mit Kommentaren von John MacArthur hat ihn sehr bekannt gemacht. Kaum ein Autor ist schriftstellerisch so produktiv wie er.

Wertung

Ein Buch ohne Geheimformel. Ohne Zeichen und Stimmen von oben. Und doch bin ich gewiss, dass es bei konsequenter Umsetzung entscheidend weiterhelfen kann: Bei nüchterner Befolgung des für alle erkennbaren Willens in der Bibel. Ein kurzes, aber völlig ausreichendes Buch zum Thema „Gottes Willen erkennen“.

Daten

Titel: Gefunden: Gottes Wille
Autor:
John F. MacArthur
Seiten: 64
Einband: Paperback

Format: 11 cm x 18 cm
Verlag: CLV
Jahr: 1. Auflage 2010
Preis: 1,90 EUR

erhältlich bei: CLV

Books work, when you cannot!

Vor zwei Jahren hatte ich die Möglichkeit ein kurzes Gespräch mit William Mackenzie und seiner Frau Carine zu führen, die vor fast 40 Jahren den christlichen Verlag Christian Focus Publications gründeten. Seine Arbeit und er Ziele haben mich tief beeindruck. Gerne denke ich diese Begegnung zurück. Einige Bücher von CFP sind bereits ins Deutsche übersetzt. Und ich wünschte es wäre noch viel mehr.

Heute möchte ich einen Vortrag von Mackenzie empfehlen, den er auf einer Elternkonferenz in den USA hielt. Der Vortrag trägt den Titel: Can our children survive the world? (deutsch: Können unsere Kinder in dieser Welt überleben?) Wie wird ein Verleger, der sein Leben lang Bücher herausgibt – vor allem auch sehr viele Kinderbücher -, die Frage beantworten? Klar, Bücher nehmen in dem Überlebenskampf eine große Rolle ein (seine Frau hat sehr viele Kinderbücher veröffentlicht). Mackenzie schildert, wie Gott Bücher in der Vergangenheit benutzte und auch in der Gegenwart immer noch benutzt, um Menschen zu verändern. Er hat absolut recht, wenn er sagt: “Books work, when you cannot!” (Bücher haben auch dann noch ihre Wirkung, wenn du nicht mehr wirken kannst.)

Sein Vortrag hat folgende Gliederung:

  1. Einige Gedanken über die heutige Welt und über die Kultur in der wir leben
  2. Wie Gott christliche Literatur in der Vergangenheit benutzte
  3. Wie Gott christliche Literatur in der Gegenwart benutzt
  4. Einiges über Literatur und Eltern/Erwachsene
  5. Einiges über Literatur und Kinder

Und da es ein Vortrag auf einer Elternkonferenz ist, schließt er seinen Vortrag mit fünf Bitten:

  1. Bitte lehre deine Kinder die Lehren des Glaubens und die Wahrheit von Jesus Christus.
  2. Bitte bete für deine Kinder und Enkelkinder, und für die Kinder deiner Gemeinde.
  3. Bitte ermutige deine Familie, dich selbst und deine Kinder lieber Bücher zu benutzen als das Fernsehen oder das Internet.
  4. Bitte investiere in deine Kinder.
  5. Bitte lebe das Leben eines Christen, denn du bist der lebendige Brief für deine Kinder.

Der Vortrag ist in englischer Sprache, mit einem herrlichen schottischen Akzent.

William Mackenzie: Can our children survive the world?

Weitere Vorträge von der Konferenz sind hier zu finden:

“Let the children come” Parenting Conference

Immer wieder freitags… Christenverfolgung

Immer wieder freitags bekomme ich die Gebetsmail von Open Doors. Darin berichtet das Hilfswerk wöchentlich über verfolgte Christen und ruft zum Gebet für sie auf. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mindestens einmal pro Woche für verfolgte Christen zu beten. Denn es ist für mich schockierend, wie es unseren Brüdern und Schwestern in verschiedenen Ländern der Erde geht. Das mindeste, was wir für sie tun können, ist das Gebet zu unserem himmlischen Vater. Gleichzeitig sind die Gebetsaufrufe für mich eine große Ermutigung, weil ich sehe, wie diese Christen unerschütterlich ihren Glauben bezeugen. Es ist überwältigend, welche Mühen sie auf sich nehmen, Gottesdienste durchzuführen, um im Glauben zu wachsen. Wenn ich ihre Zeugnisse und Erfahrungen lese, frage ich mich immer wieder, welchen Wert meine Bibel und mein Glaube an Jesus Christus für mich haben. In einem freien und demokratischen Land zu leben, hat für die Ausübung des Glaubens unendlich viele Vorteile. Wenn man jedoch diese Vorteile nicht zu nutzen weiß, können diese positiven Umstände katastrophale Folgen haben und zur Gleichgültigkeit, Trägheit und Stagnation im Glaubenswachstum führen. Um diesem vorzubeugen, eignen sich Bücher, die über die Erfahrung der verfolgten Gemeinde erzählen. Folgende Bücher habe ich in letzter Zeit dazu gelesen:


1. Verräter ihres Glauben (Bruder Andrew/Al Janssen)

Dieses Buch berichtet in eindrücklicher Weise wie verschiedene Menschen in muslimischen Ländern die Konsequenzen ihres Glaubens tragen: ausgestoßen aus der Familie und der Gesellschaft. Nichtsdestotrotz versuchen sie sehr vorsichtig Kontakte zu anderen Christen herzustellen und suchen gleichzeitig nach Möglichkeiten in ihrem Umgebung von Christus zu zeugen. Das erfordert viel Mut und Kreativität. Das Buch schildert neben der Verfolgung der Christen auch die Suche der muslimischen Menschen nach Vergebung und Frieden mit Gott.

2. Flucht aus dem Paradies. Die atemberaubende Geschichte einer Familie aus Nordkorea (Paul Estabrooks)

Dieses kleine Taschenbuch, schildert zum einen das Leben einer christlichen Familie in Nordkorea und zum anderen ihre Flucht zunächst nach China und später auf Umwegen nach Südkorea. Und da eine Flucht selten ohne Abenteuer verläuft, ist die Flucht aus dem Paradies (der Titel ist wohl ironisch gemeint) mit vielen Gefahren aber mit noch mehr Bewahrungen und Wundern verbunden.  Dieses Buch ist zum einen absolut spannend und zum anderen vermittelt es exemplarisch einen Einblick in das Familienleben vieler enttäuschter Nordkoreaner.

3. Codename Perle. China – der größte Bibelschmuggel aller Zeiten. Ein Augenzeugenbericht (Paul Estabrooks)

Dies ist ein weiteres Buch, das man an liebsten am Stück durchlesen würde. Wie bekommt man 1 Million Bibeln – das war die Vision einiger mutiger Christen – nach China? Mit akribischer Genauigkeit wurde diese Aktion geplant. Einige Male stand dieser Plan auf der Kippe. Es gab scheinbar unüberwindbare Hürden. Doch am Ende lief (fast) alles gut. Mit einem speziell für diese Schmuggelaktion gebautem Schiff, gelang es der Schiffsbesatzung unter Aufsicht chinesischer Kriegsmarine fast alle Bibeln trocken ans Land und in sichere Hände zu bringen. Aber auch die nass gewordenen Bibeln haben ihre Leser erreicht, und waren zum Teil wertvoller als die trockenen. Unzählige Menschen bekehrten sich durch diese geschmuggelten Bibeln. Aber was ebenso bedeutend ist, dass nach dem Schmuggel, die chinesische Regierung den Bibelverkauf lockerte und der Erwerb einer Bibel nicht mehr so schwer war. Der Autor schreibt dieses Buch als Augenzeuge, der von Anfang an dabei war. Mit humorvoller Stil beschreibt er diese so ernste Aktion sehr eindrücklich und und kurzweilig, so dass die Lektüre zu einem wahren Lesevergnügen wird.

4. Niemals allein – Samuel Lamb. Verfolgung und Erweckung im Land des Roten Drachen (Ken Anderson)

Dieses Buch ist ein beeindruckendes Zeugnis des Pastors und Missionars Samuel Lamb und man erfährt gleichzeitig unter welchen Umständen die chinesischen Christen leben. Unermüdlich setzte er sich für das Evangelium in China ein und war ein treuer Pastor für viele Untergrundgemeinden. Weder Verfolgung und Druck seitens des Staates, noch Gefängnis und auch nicht Krankheit, hielten ihn davon ab, das Evangelium zu verkündigen. Zusätzlich zu seiner Verkündigungstätigkeit hatte er einige Schriften und Bücher veröffentlicht, die seinen Wirkungskreis enorm erweiterten. Samuel Lamb war – und ist immer noch 86 jährig – ein wahrhaft bewundernswertes Werkzeug Gottes. Diese Biographie ist mittlerweile in der 2. Auflage erschienen, was wohl darauf hindeutet, dass die erste Auflage weite Verbreitung fand. Sehr empfehlenswert!

Der Weg zur Bibel: Nimm und lies

“Wer Jesus kennen lernen will, der muss die Bibel lesen. Wie macht man das? Nimm und lies. Die Bibel ist der Besitz aller, allen als kostbares Eigentum übergeben, und der Weg zu ihr ist frei für jeden, der sie hören und mit ihr verkehren will. Sie verlangt nichts von uns, keine Vorbereitung, keine besondere Veranlagung, keine Wissenschaft, die wir uns zuerst auf anderen Wegen erwerben müssten. Denn die Bibel ist dasjenige Wort, das für alle gesagt ist und von jedem gehört sein will, weil jeder es zum Leben braucht.”

Adolf Schlatter in: Die Bibel verstehen. Aufsätze zur biblischen Hermeneutik, Brunnen Verlag, Gießen 2002, S. 44.

Christliche Medien: Von der Nische zum Mainstream

Nach der langen Sommerpause melde ich mich wieder :) . Vor einige Monaten las ich einen interessanten und aufschlussreichen Text über Christen und Medien. Anscheinend hat sich im Umgang der Evangelikalen mit nichtchristlichen Medien etwas geändert. So zumindest die „Süddeutsche Zeitung“. Man beachte vor allem den letzten Absatz.

Christliche Medien: Von der Nische zum Mainstream

Christen in den USA haben ihre eigene Medien-Nische. Die “Süddeutsche Zeitung” berichtet über Evangelikale, die Magazine, Zeitungen und TV-Sendungen produzieren. Mittlerweile haben auch die Mainstream-Medien Gläubige als Werbegruppe erkannt – und werden zur Konkurrenz für christliche Produzenten.


CBN berichtet über Themen, die Christen interessieren – und ist damit erfolgreich.
Foto: CBN

Das mediale Angebot für Christen in den USA ist riesig – und erfolgreich. Die SZ nennt etwa das Filmportal “Pluggedinonline” mit mehr als 800.000 Besuchern im Monat oder den TV-Sender CBN, der rund eine Million Haushalte erreicht. Zudem gebe es weit mehr als 2.000 religiöse Radiostationen in den USA und weitere fünf nationale Fernsehsender. Zielgruppe dieser Medienmacher sind hauptsächlich Evangelikale – laut SZ 40 Prozent der Amerikaner: “Sie sind eigentlich keine geschlossene Gruppe, theologisch wie politisch gibt es unter ihnen Konservative und Liberale. Aber viele von ihnen leben in einer geschlossenen Welt, die sich erst jetzt langsam öffnet. Diese christliche Gegenkultur soll die Übel einer Gesellschaft fernhalten, die Gott vergessen hat. Sie soll schützen vor dem Kontakt mit Pornographie, Homosexualität und Evolutionslehre.”

Die Macht Evangelikaler bröckelt

Heute habe jede größere Kirche ein Mitgliedermagazin, eine Fernsehshow und eine Webseite. Der Einfluss der Evangelikalen zeige sich etwa im Erfolg des “blutrünstigen” Mel Gibson Films “Die Passion Christi”. Dass der Streifen zum Blockbuster wurde, schreibt die SZ vor allem christlicher Berichterstattung zu. Dennoch stellt sie fest: Die Macht der evangelikaler Medien bröckelt. Zum einen leide auch die christliche Branche unter der Medienkrise. Vor allem Printprodukte mussten ihre Produktion im vergangenen Jahr einstellen, darunter etwa das Magazin “Christ, Community, Music” (CCM) oder “Today’s Christian Woman”. Zum anderen habe der säkulare Markt die Evangelikalen als Zielgruppe entdeckt. “Die großen Networks produzieren Serien mit spirituellem Schimmer, und Rupert Murdochs krawalliger Sender Fox News beschäftigt den Schuldnerberater Dave Ramsey, der Jesus als ‘größten Finanzexperten aller Zeiten’ preist”, schreibt die SZ.

Dass solche Sendungen aber überhaupt erfolgreich sein können, weise auf eine Veränderung unter den Evangelikalen hin: Sie würden liberaler. “Neue Evangelikale” nennt die SZ diese Gruppe und schreibt: “Ihre Angehörigen sind liberaler, sie kämpfen nicht mehr militant gegen Abtreibung, sondern für Umweltschutz. Vor allem aber sind sie: selbstsicher in ihrem Glauben. Sie müssen nicht mehr beschützt werden vor der Verkommenheit der Welt. Sie filtern ihre Informationen selbst, sie sind auf gottgefällige Medien nicht mehr angewiesen.” (pro)

Quelle: pro-medienmagazin.de

Auf der Suche nach Erweckung

1909 wurde die „Berliner Erklärung“ verabschiedet. 56 Verantwortliche aus der Gemeinschaftsbewegung unterzeichneten eine Schrift, die die Pfingstbewegung als „von unten“ beschreibt. Dies führte zu einer tiefen Trennung die viele Jahrzehnte bestand. 100 Jahre nach dieser Erklärung wurde am 18. Januar eine neue „Erklärung“ verfasst. Diesmal jedoch eine gemeinsame zwischen Gemeinschaftsbewegung (Gnadau) und Pfingsbewegung (Mühlheim). Im Klartext wurde die „Berliner Erklärung“ für hinfällig erklärt und beerdigt.

Thema und Inhalt

Das Buch beginnt mit der „Berliner Erklärung“. Direkt im Anschluss beginnt der Geschichtsunterricht. Was ist der geistliche Hintergrund der Christen in Deutschland bis zur Reformation? Dann springt der Autor zum Beginn des Pietismus im 17. Jahrhundert. Die Zeit vor der Erweckungsbewegung ist geprägt von geistlichem Niedergang. Dies führt zur Entstehung der Erweckungsbewegung.

Die Menschen fragen nach Gott und wollen erfülltes, geheiligtes Leben führen. Durch viele verschiedene Quellen gespeist entwickelt sich in Deutschland die Heiligungsbewegung. Im Gnadauer Verband sammeln sich die innerkirchlich-pietistischen Christen. Durch die Lehre der Geistestaufe verursacht wächst eine Krise heran. In den USA entsteht die Pfingstbewegung und es kommt zu ersten Pfingstversammlungen in Deutschland. Bei einer Veranstaltungsreihe in Kassel herrschen tumultartige Zustände. Die Veranstalung muss durch Polizei aufgelöst werden.

Erste nüchterne Stimmen werden laut und Versuche scheitern, die Einheit der Gemeinschaftsbewegung aufrechtzuerhalten. Der General Georg von Viebahn stellt in dieser Zeit die entscheidende Frage. „Dürfen wir es länger mit ansehen, dass immer mehr Geschwister in die unheilvolle Bewegung gezogen werden?“

Dies führt bald zur Berliner Erklärung und somit zur dauerhaften Spaltung innerhalb der Gemeinschaftsbewegung. Zum Schluss geht Wagner auf die Entwicklung in der frühen Geschichte ein. Die deutschen Evangelikalen rücken zum großen Teil von der „Berliner Erklärung“ ab.

Form und Sprache

Obwohl nüchtern und sachlich geschrieben entsteht keine Müdigkeit beim Lesen. Viele Anmerkungen in der Fußzeile geben Hilfestellung zum Verständnis des Inhalts.

Autor

Rainer Wagner hat in seiner Jugend 15 Jahre eine politische Haftstrafe in der DDR verbüßen müssen. In den letzten Jahren schrieb er einige Bücher über Kirchengeschichte, Gemeindebibelschule und Fehlentwicklungen in der der evangelikalen Bewegung. Einige Bespiele: Alle in einem Boot, CLV 1999; Praxisbuch Kurzbibelschule, VTR 2005; Gemeinde Jesu zwischen Spaltungen und Ökumene, Vfre 2002.

Wertung

Mit viel Sachlichkeit und Nüchternheit geht Rainer Wagner an dieses schwierige Thema

heran. So wie der Untertitel es beschreibt „Geistlichen Entwicklungen verstehen – 100 Jahre Berliner Erklärung“ (1909 – 2009), geht er ausführlich auf die Geschichte vor und nach der Erklärung ein. Er wartet lange mit deutlichen Wertungen. Erst ganz zum Schluss spricht er sich für einen „liebevollen, aber nüchternen“ Umgang mit Pfingstlern und Charismatikern aus.

Daten

Titel: Auf der Suche nach Erweckung
Autor:
Rainer Wagner
Seiten: 164
Einband: Taschenbuch

Format: 18 cm x 11 cm
Verlag: CV Dillenburg
Jahr: 2009
Preis: 7,90 Euro

erhältlich bei: cbuch.de

Hindernisse der Jüngerschaft

Jeder, der beginnt Christus nachzufolgen, kann sicher sein, dass sich verschiedene Fluchtwege vor ihm auftun werden. Dies wird eindrücklich dargestellt in dem Bericht der drei, die Jesu Jünger hätten sein können, die aber anderen Stimmen den Vorrang gegenüber der Stimme Christi einräumten:

»Es begab sich aber, da sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: ›Ich will dir folgen, wo du hingehst.‹ Und Jesus sprach zu ihm: ›Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege.‹

Wir wollen ihn »Herrn Schnell« nennen. Er bot sich begeistert an, dem Herrn überallhin zu folgen. Die Antwort des Heilandes scheint auf den ersten Blick in gar keinem Zusammenhang mit dem bereitwilligen Angebot des Herrn Schnell zu stehen. Es war so, als ob er sagte: »Du erklärst, dass du willens bist, mir überallhin zu folgen, aber bist du auch gewillt, ohne jede Bequemlichkeit auszukommen? Bist du bereit, die Sicherheit eines Heimes zu opfern, um mir zu folgen? Bist du bereit, die normalen Bequemlich keiten des Lebens aufzugeben, um mir treu ergeben zu dienen?« Leider war seine Liebe zur irdischen Bequemlichkeit größer als seine Hingabe an Christus!

Und er sprach zu einem anderen: ›Folge mir nach.‹ Der aber sprach: ›Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.‹ Aber Jesus sprach zu ihm: ›Lass die Toten ihre Toten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich Gottes.‹

Den zweiten Mann wollen wir »Herr Langsam« nennen, denn er wollte noch etwas erledigen, bevor er dem Herrn folgen würde. Es war nicht so, dass er völlig uninteressiert am Herrn gewesen wäre. Es war da nur etwas, was er gern vorher noch tun wollte. Das jedoch war seine Sünde. Wir können seine Worte auch wie folgt abwandeln: »Es gibt bestimmte Dinge, die ein geistlich Toter genauso wie ein Gläubiger tun kann. Sieh zu, dass du dein Leben nicht mit Sachen zubringst, die ein unbekehrter Mensch genauso gut tun könnte.« Gottes Wille ist, dass ein Mann für seine Bedürfnisse und für die seiner Familie arbeiten soll. Aber die Ausübung einer Beschäftigung soll nur dazu dienen, für die laufenden Bedürfnisse zu sorgen, während die Hauptberufung eines Christen ist, das Reich Gottes zu predigen.

Und ein anderer sprach: ›Herr, ich will dir nachfolgen, aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in mei nem Hause sind.‹ Jesus aber sprach zu ihm: ›Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes‹ « (Lk 9,57-62).

Der dritte Mann soll »Herr Einfach« genannt werden, weil er es sich zu einfach macht. Er stellt die Liebe zu seiner Familie an den ersten Platz in seinem Leben, und nicht den Herrn. Worin hat dieser Mann versagt? Es war dies: Die innige Verbindung zu seiner Familie war ihm wichtiger als der Herr Jesus. Mit anderen Worten: »Meine wirklichen Jünger sind nicht aus solch einem egoistischen, weichlichen Stoff gemacht wie du. Ich brauche Menschen, die bereit sind, auf häusliche Bindungen zu verzichten; solche, die nicht von sentimentalen Angehörigen abgelenkt werden; solche, die mich über alles in ihrem Leben stellen.« Vielleicht

war es eine weinende Mutter, die schluchzte: »Du wirst das Herz deiner Mutter brechen, wenn du aufs Missionsfeld gehst!« Wir wissen es nicht.

Dieses sind also drei der Haupthindernisse für die Jüngerschaft, dargestellt anhand von drei Männern, die nicht gewillt waren, den ganzen Weg mit dem Herrn zu gehen.

Herr Schnell – er war zu schnell, ohne die Kosten zu überschlagen, voll Selbstvertrauen. Aber er war nicht in der Lage, auf Bequemlichkeiten zu verzichten.

Herr Langsam – er war zu langsam, weil er gebremst wardurch eine Beschäftigung oder den Beruf. Diese Dinge waren ihm wichtiger als der Herr.

Herr Einfach – macht es sich zu einfach, indem er seiner Familie den ersten Platz gibt vor dem Herrn Jesus.

Der Herr Jesus ruft auch heute noch – wie er schon immer gerufen hat – Männer und Frauen, die ihm tapfer und hingegeben folgen wollen.

Wahre Jüngerschaft, William MacDonald, CLV, Seiten 24 – 29, gekürzt

Das Tal der fliegenden Steine

Das Tal der fliegenden Steine

Thema und Inhalt

Peter Dunning und sein Freund Bill Adams sind Schüler am Melbourne-Gymnasium. Besonders Peter bekommt durch sein konsequentes Christsein Widerstand aber auch Bewunderung zu spüren. Nach der Schule studiert Bill Medizin und Peter geht auf eine Bibelschule um als Missionar nach Afrika gehen zu können.

In Afrika arbeitet er weit abgelegen von jeglicher „Zivilisation“ unter Ureinwohnern. Er findet Freunde die ihn unterstützen, aber auch Feinde die ihm den Tod wünschen. Sein treuer Partner Baru ist ihm eine große Hilfe um die Zusammhänge der oft dunklen Geschichte Afrikas zu verstehen. Als die größten Feinde entpuppen sich mehr und mehr die „Leopardenmänner“.

Die „Leopardenmänner“ bestehen aus einer Gruppe von Alten die die alten Riten und Kulte wieder aufleben lassen wollen. Menschen werden durch eine eiserne Löwenkralle schrecklich verunstaltet und es kommt zu Todesopfern. Als die Lage mehr und mehr zu eskalieren scheint, versucht Peter Hilfe beim Distriktoffizier zu finden.

Zur gleichen Zeit macht sich Bill als ausgebildetet Arzt mit „Prof“, ihrem alten Chemielehrer, nach Afrika auf. Sie kommen gerade rechtzeitig um Bill vor der Hinrichtung durch die Leopardenmänner zu bewahren…

Form und Sprache

Der Text ist ein wenig altertümlich geschrieben. Das liegt wahrscheinlich daran dass das Buch nach der Originalausgabe 1951 zwanzig Jahre später übersetzt wurde. Damals erschien es im Verlag Hermann Schulte in Wetzlar (heute Gerth Medien). Das Cover mit den schwebenden Steinen ist nicht besonders schön umgesetzt. Also wenig „fürs Auge“.

Autor

Douglas C. Percy hat weitere Bücher über Mission geschrieben die aber alle nur in englischer Sprache verfügbar sind.

Wertung

Es hat mir Freude gemacht dieses Buch zu lesen. Spannung und Inhalt sind vorhanden. Auch wenn die Geschichte nur Erfindung ist, so ist das Buch doch erbaulich. Ich habe Ermutigung zur Hingabe gefunden und kann das Buch sehr gerne empfehlen.

Daten

Titel: Das Tal der schwebenden Steine
Autor:
Douglas C. Percy
Seiten: 128
Einband: Taschenbuch

Format: 13,5 x 20,5 cm
Verlag: Christlicher Missions-Verlag (CMV)
Jahr: 1. Auflage , Januar 2006
Preis: Sonderangebot 2,50 €

erhältlich bei: cmv-shop.de/index.php

Der Heilige Geist

Der Heilige Geist – Gaben, Werk, Wirkungen
Autor: Benedikt Peters
Verlag: Betanien Verlag
Seiten: 157
Preis: 7,50 Euro
Download: http://www.betanien.de/Material/DerHeiligeGeist.pdf

Schwerpunkt dieses Buches sind die Gaben des Heiligen Geistes. Der Autor geht auf viele Bibelstellen ein, zeigt Zusammenhänge auf und bietet ein Kompendium zu diesem umfangreichen, kontroversen und oft vernachlässigtem Thema. Besonders wertvoll finde ich den Anhang 1 über das Wesen und Wirken des Heiligen Geistes im Johannesevangelium.

Der heilige Geist

Autor: Arthur W. Pink
Verlag: RVB
Seiten: 286
Preis: 12,10 Euro

Der Autor A.W. Pink (1886-1952 England), der die Geburt der Pfingstbewegung hautnah miterlebt hat, schreibt sein Buch, meist ohne auf die Fehlentwicklungen seiner Zeit einzugehen. Sein Motto: Eine Irrlehre wird am effektivsten durch intensives Studium der Bibel bekämpft. Die ersten neuen Kapitel legen die Grundlagen um das Wirken des Geistes recht zu verstehen. Beieindruck hat mich das Kapitel über den Heilgen Geist in alttestamentlicher Zeit Kontinuität zum Neuen Testament.

Kapitel 9-32 behandelt ausführlich das Wer des Heiligen Geistes. Ausführlich wird das Werk des Heiligen Geistes bei der Wiedergeburt beschrieben. Selten habe ich eine so klare Darstellung der Errettung der Erwählten gelesen. Was B. Peters auf fünf Seiten schreibt behandelt A.W. Pink auf ca. 40 Seiten. Ich bin nicht mit allen Ausführungen und Erklärungen 100% einverstanden (besonders das letzte Kapitel: Den Geist ehren). Dennoch möchte ich das Buch empfehlen, weil es ein gründliches Studium der dritten Person der Dreieinigkeit fördert.

Sehr hilfreich sind bei beiden Werken das Bibelstellenregister am Ende des Buches.

Ich wünsche gesegnete Pfingsttage mit intensivem Studium des Buches aller Bücher – der Bibel!